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Schützen Sie Ihren Kohl vor ungebetenen Gästen!

Raupen, Läuse, Kohlfliegen... Unsere praktischen, natürlichen Tipps zum Schutz Ihrer Kulturen vor Schädlingen.
14. Juni 2023 durch
Olivia Foglia
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Die Kohlweisslinge, Blattläuse und Eulenraupen: So viele kleine Insekten, die Deine Kohlkulturenangreifen und all Deine Mühe zunichte machen können. Hier sind unsere Tipps, um diese häufigen Schädlinge zu bekämpfen und Deine Kohlkulturen zu schützen — ganz im Einklang mit der Biodiversität.

Welche Insekten schädigen den Kohl?

  1. Die Kohlgallmücke (Plutella xylostella): Kohlgallmücken gleichen kleinen Nachtfaltern, die ihre Eier an den Stängeln und Knospen der Kohlpflanzen ablegen. Die Larven fressen sich durch den Kohl und verursachen hauptsächlich Verformungen, die sich stark auf die Ernte auswirken.
  2. Der Kohlweissling (Pieris rapae): Kohlweisslinge sind weisse Schmetterlinge, die ihre Eier auf den Kohlblättern ablegen. Die daraus schlüpfenden Raupen ernähren sich von den Blättern und verursachen erhebliche Schäden.
  3. Die Erdflöhe (Phyllotreta spp.): Erdflöhe sind kleine schwarze Käfer, die sich von den Kohlblättern ernähren. Ihre Larven können auch die Wurzeln der Pflanzen schädigen.
  4. Die Kohlfliege (Delia radicum): Kohlfliegen legen ihre Eier an der Basis der Kohlpflanzen ab. Die daraus schlüpfenden Larven dringen in die Wurzeln ein und können die Pflanzen zum Welken und Verfaulen bringen.
  5. Die Blattläuse (Aphididae): Blattläuse sind kleine Insekten, die sich vom Pflanzensaft ernähren. Sie können eine allgemeine Schwächung des Kohls verursachen und Krankheiten übertragen. Weisse Blattläuse sind besonders häufig auf Kreuzblütlern zu finden.
  6. Eulenraupen (Agrotis spp.): Eulenraupen sind Nachtfalter, deren Raupen sich von den Kohlblättern ernähren. Sie können erhebliche Kahlfrassschäden verursachen.

Raupe des Kohlweisslings

Die Raupe des Kohlweisslings ist sehr gefrässig

Die Erdflöhe sind oft die ersten, die angreifen — schon beim Auspflanzen im Mai, wenn sie die frisch gesetzten Jungpflanzen ins Visier nehmen. Der Kohlweissling löst sie im Juni ab, mit einem ersten Eiablagegipfel, dann einem zweiten im August. Die Kohlfliege ist vor allem beim Auspflanzen der Setzlinge zu beobachten. Bei Blattläusen und Eulenraupen ermöglicht eine wöchentliche Kontrolle der Blattunterseiten, aufkeimende Kolonien rechtzeitig zu entdecken. Wenn Du Eier des Kohlweisslings entdeckst — sie sehen aus wie kleine gelbe Kegel, die senkrecht auf den Blättern stehen — entferne sie sofort von Hand, bevor sie schlüpfen.


Wie bekämpft man diese Schädlinge?

Kulturenwechsel

Plane bei der Gestaltung Deines Gartens einen regelmässigen Kulturenwechsel ein, um zu verhindern, dass sich kohlspezifische Schädlinge im Boden ansammeln. Wechsle die Kohlkulturen so oft wie möglich mit anderen Gemüsefamilien ab, um den Schädlingsdruck zu reduzieren. Bei uns auf dem Betrieb warten wir zwischen vier und sechs Jahren, bevor wir auf derselben Parzelle wieder Kohl anbauen. Für weitere Tipps empfehlen wir unseren Blogartikel zur Fruchtfolge im Gemüsegarten.

Vorteilhafte Kombinationen 

Bestimmte Begleitpflanzen können durch vorteilhafte Wechselwirkungen dazu beitragen, Kohlschädlinge einzudämmen. Hier sind einige Beispiele für Begleitpflanzen, die für Kohl besonders geeignet sind.

  • Knoblauch und Zwiebeln: Das Anpflanzen von Knoblauch und Zwiebeln in der Nähe von Kohl kann bestimmte Schädlinge wie Blattläuse und Raupen abwehren.
  • Ringelblume (Calendula): Die Ringelblume ist dafür bekannt, Blattläuse und andere Schädlinge fernzuhalten. Sie kann rund um den Kohl gepflanzt werden, um ihn vor Befall zu schützen.
  • Schnittlauch: Schnittlauch hat abstossende Eigenschaften gegen Blattläuse, Erdflöhe und Kohlfliegen. Das Pflanzen von Schnittlauch zwischen den Kohlreihen kann helfen, die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen.
  • Minze: Minze hat einen starken Duft, der bestimmte Kohlschädlinge fernhalten kann. Es empfiehlt sich jedoch, sie in Töpfen oder Kübeln zu pflanzen, da sie dazu neigt, sich schnell auszubreiten.
  • Radieschen: Radieschen können als «Lockvogel» eingesetzt werden, um Erdflöhe und Kohlfliegen vom Kohl wegzulocken. Die Insekten befallen eher die Radieschen als den Kohl, was dazu beitragen kann, letzteren zu schützen.
  • Borretsch: Borretsch zieht nützliche Bestäuberinsekten wie Bienen an, die bei der Bestäubung von Kohlpflanzen helfen können. Er kann auch als Repellent gegen bestimmte Schädlinge wirken.

Biodiversität fördern

Biodiversität ist das Geheimnis eines ausgewogenen Ökosystems. Um Schädlinge zu vertreiben, heisse ihre natürlichen Fressfeinde in Deinem Garten willkommen. Locke Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen an, indem Du ihnen einen komfortablen Lebensraum und herrlich duftende Blumen bietest. Säe Blumenmischungen aus und schaffe so eine echte, lebendige Gartengemeinschaft, in der alle auf ihre Kosten kommen.

Physische Barrieren einsetzen

Schütze Deinen Kohl vor Kohlweisslingen und anderen fliegenden Insekten mit einem Insektenschutznetz. Bringe es direkt nach dem Einpflanzen der Setzlinge an und lasse es je nach Pflanzenwachstum einige Wochen hängen. 

Das Netz schützt Deinen Kohl vor allem vor Kohlgallmücken, die ihre Eier in die Stängel und Knospen legen und den Kohl dann deformieren. Es ist die zuverlässigste und im Alltag unkomplizierteste Methode. Die Maschenweite muss kleiner als 1,2 mm sein: Ein Maschengitter von maximal 1,2 mm wird empfohlen, um Kohlweisslingen, Erdflöhen, Kohlfliegen und der Kohlmotte den Weg zu versperren. Ein hochwertiges Netz, das regelmässig gereinigt, vollständig getrocknet und UV-geschützt gelagert wird, kann drei bis fünf Saisons halten. Eine unverzichtbare Bedingung für seine Wirksamkeit: Das Netz darf die Blätter nicht berühren, damit Schmetterlinge und Kohlfliegen keine Eier durch die Maschen ablegen können.

Kompostierung und Bodenpflege

Gib Deinen Kohlpflanzen einen Schub, indem Du ihnen einen erstklassigen Boden bietest. Wenn Du Deinen Boden mit gutem Kompost versorgst, stärkst Du die natürlichen Abwehrkräfte Deiner Pflanzen und hilfst ihnen, sich gegen Insektenschädlinge zu wehren. 

Da Kohlpflanzen sehr stickstoffbedürftig sind, empfehlen wir Dir, sie mit ausreichend Dünger zu versorgen, um sie widerstandsfähiger zu machen.

Häufige Fragen zu Kohlschädlingen

Die ersten Anzeichen sind unregelmässige kleine Löcher in den äusseren Blättern, oft begleitet von grünen, körnigen Kotspuren. Wenn Du die Blätter umdrehst, findest Du entweder gelbe, spitz aufrecht stehende Eier oder grüne Raupen, die sich in den Blattadern verstecken. Ein Blatt, das nur noch aus Adern besteht, zeigt einen fortgeschrittenen Befall.

Brennesseljauche wirkt vor allem als Stärkungsmittel und vorbeugend als Repellent, nicht als Kontaktinsektizid bei einem laufenden Befall. Bei einem bestätigten Befall liefern ein kräftiger Wasserstrahl auf die Blattunterseiten sowie die Förderung von Marienkäfern und Schwebfliegen im Garten bessere Ergebnisse. Im Notfall kann verdünnte Schmierseife direkt auf die Kolonien gesprüht werden.

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