Microgreens (auf Deutsch auch «Mikrogrün» genannt) haben den Sprung von den Tellern der Spitzenköche auf unsere Fensterbänke geschafft. Einen Garten brauchst Du dafür nicht: Ein paar Samen und etwas Licht genügen, und schon erntest Du das ganze Jahr über frische, aromatische Pflänzchen, sogar mitten im Winter. Hier verraten wir Dir, wie Du sie erfolgreich anbaust, erntest und in der Küche verwendest!
Was sind Microgreens?
Microgreens sind junge, essbare Pflanzen, die 7 bis 21 Tage nach der Keimung geerntet werden. Sie sind erntereif, sobald die Keimblätter (die ersten Blätter des Samens) erscheinen. Man zieht sie aus Samen, am besten aus biologischen, von Gemüse, Küchenkräutern oder Getreide: Radieschen, Brokkoli, Senf, Rucola, Kresse, Erbsen, Randen...
Microgreens, Sprossen, Babyleaf: Was ist der Unterschied?
Sie werden oft verwechselt. Dabei stammen alle aus demselben Samen, sie werden nur in unterschiedlichen Stadien geerntet.
- Sprossen sind nach 3 bis 7 Tagen erntereif. Man zieht sie ohne Erde im Glas oder auf einem Sieb. Sie werden als Ganzes gegessen, bevor sich die Blätter zeigen.
- Microgreens, oder «Mikrogrün», brauchen ein passendes Substrat (Erde, Anzuchtmatte oder Kulturplatte). Sie sind nach 7 bis 21 Tagen bereit, wenn die ersten Blätter erschienen sind. Zum Essen schneidest Du sie oberhalb der Wurzeln ab, ein bis drei Wochen nach der Aussaat. Ihr Geschmack ist intensiver als der von Sprossen.
- Babyleaf (junge Blätter) werden später geerntet, wenn die Pflanze schon mehrere echte Blätter hat. Sie wachsen deshalb eher im Pflanzkasten oder im Gemüsegarten.


Im Gegensatz zu Microgreens (rechts) werden Sprossen (links) gegessen, bevor die jungen Blätter erscheinen.
Welche Vorteile haben Microgreens?
- Wahre Nährstoffbomben: Je nach Sorte sind Microgreens reich an Vitaminen (C, K, E), Carotinoiden und Mineralstoffen wie Eisen, Zink, Magnesium und Kupfer sowie an Antioxidantien. Eine Studie der University of Maryland hat bei manchen Arten sogar bis zu 40-mal höhere Vitamin- und Carotinoidgehalte gemessen als in den Blättern der ausgewachsenen Pflanze!
- Ein Gemüsegarten ohne Garten und Balkon: Eine helle Fensterbank reicht völlig aus. Einen grünen Daumen brauchst Du auch nicht: Schon nach ein bis drei Wochen kannst Du die Pflänzchen geniessen!
- Ein Spass für die ganze Familie: Kinder lieben es, den Samen Tag für Tag beim Wachsen zuzuschauen. Das weckt ihre Neugier und die Freude am Gärtnern!
- Frisches Grün das ganze Jahr: Microgreens wachsen zu jeder Jahreszeit und sind besonders im Herbst und Winter eine willkommene Ergänzung zur Ernte aus dem Gemüsegarten.
- Originelle Aromen und Farben auf dem Teller: Sie bringen Geschmack, Farbe und Knackigkeit in Deine Gerichte. Zuerst von Spitzenköchen entdeckt, verfeinern sie heute Salate, Sandwiches, Hauptgerichte und sogar Desserts.
Welche Sorten soll ich wählen?
Microgreens bieten eine grosse Vielfalt an Geschmäckern, von süsslich bis leicht scharf! Aurélie, unsere Agronomin bei Zollinger Bio, mag besonders jene aus Kohlrabi-, Radieschen-, Rotkohl- und Brokkolisamen.
Rucola, oder «Mikrogrün», Senf, oder «Mikrogrün», Brokkoli... Die Auswahl ist so vielfältig, dass bestimmt auch für Deinen Geschmack etwas dabei ist! Bei Zollinger Bio findest Du mehrere Microgreens-Sorten, die wir Dir hier vorstellen.
Sorte | Geschmack | Wachstumsdauer | Ideal zu... |
Scharf, frisch | 6 bis 10 Tage | Belegte Brote, Eier, Bowls | |
Scharf, violette Stiele | 6 bis 10 Tage | Bunte Salate, Dekoration | |
Pfeffrig | 6 bis 10 Tage | Sandwiches, Kartoffelsalat | |
Scharf, erinnert an Wasabi | 7 bis 10 Tage | Lachs, Sushi, Fleisch | |
Scharf, mit nussiger Note | 8 bis 12 Tage | Salate, Suppen, Pizza | |
Mild, leicht kohlartig | 8 bis 12 Tage | Smoothies, Wraps, Bowls | |
Mild, violette Stiele | 8 bis 12 Tage | Dekoration, Salate | |
Mild, frisch | 8 bis 12 Tage | Suppen, warme Gerichte |
Wie ziehe ich meine Microgreens?
Es gibt unzählige Anbaumethoden! Bei Zollinger Bio empfehlen wir das Keramikgefäss von Heimgart, denn es braucht nur sehr wenig Material, Platz und Pflege. Hier unsere Tipps, damit Deine Bio-Microgreens gelingen!
Das grösste Risiko beim Anbau von Microgreens ist Schimmel. Lüfte regelmässig, giess nicht zu viel und verwende frisches Wasser. Die feinen weissen Härchen rund um die Wurzeln zu Beginn der Keimung sind völlig normal, also keine Sorge! Wenn Deine Microgreens oder Sprossen nach dem Waschen unangenehm riechen, geh kein Risiko ein und iss sie nicht.
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- Standort: Wähle einen hellen, geschützten Platz in Deinem Haus oder Deiner Wohnung, nahe an einer natürlichen Lichtquelle.
- Wasser einfüllen: Fülle das Keramikgefäss bis zur Markierung. Das ist das einzige Mal, dass Du Deine Microgreens giessen musst!
- Bio-Samen auf die Metallplatte geben: Damit die Luft gut zirkulieren kann, empfehlen wir höchstens 2 pro Gefäss.
- Deckel auflegen: Das kleine Kartonstück aus Deinem Samenbeutel dient als Deckel.
- Abwarten und staunen! In wenigen Tagen sind Deine Microgreens gewachsen und heben langsam den Deckel an. Dann kannst Du ihn entfernen und Deine Pflänzchen ernten, wann immer Du sie in der Küche brauchst!

Erntereife Radieschen- und Kresse-Microgreens
Wann und wie ernte ich meine Microgreens?
Wir empfehlen Dir, jeweils nur so viele Microgreens zu ernten, wie Du für Dein Gericht brauchst. So kann der Rest weiterwachsen! Erntereif sind sie, wenn die Keimblätter schön geöffnet sind und sich ein erstes Paar echter Blätter zeigt. Je nach Sorte dauert das 7 bis 14 Tage, bei langsameren Arten bis zu 20 Tage.
Schneide die Stiele mit einer sauberen Schere etwa 1 cm über dem Ansatz ab, am besten direkt vor dem Essen: So behalten sie ihre ganze Frische, ihre Vitamine und ihr Aroma! Danach kannst Du sie einige Tage im Kühlschrank aufbewahren, in einer luftdichten Dose, die Du innen mit Haushaltspapier ausgelegt hast.
Für einen steten Nachschub an frischen Microgreens säst Du am besten laufend neue Samen nach, zum Beispiel indem Du mehrere Gefässe gleichzeitig verwendest.
Wie verwende ich Microgreens in der Küche?
Microgreens isst man roh und gibt sie erst ganz zum Schluss dazu, damit sie knackig und aromatisch bleiben. Hier ein paar Ideen, die Du unbedingt ausprobieren solltest!
- Salate und Bowls: Rucola, Radieschen oder Brokkoli sorgen für eine frische Note.
- Belegte Brote, Sandwiches, Wraps und Frühlingsrollen : Kresse und Senf geben Pfiff und passen wunderbar zu Avocado oder Frischkäse.
- Eier: Radieschen-Microgreens verleihen Omeletts und Rührei eine leichte Schärfe.
- Suppen, Risottos und warme Gerichte: Streu sie beim Anrichten darüber, aber koche sie nicht mit, sonst leidet ihr Vitamingehalt.
- Fisch und Fleisch: Senf passt zu Lachs, Rucola zu Rindfleisch.
- Smoothies: Brokkoli lässt sich dank seines milden Geschmacks ganz einfach in einen grünen Smoothie schmuggeln.
Microgreens, die perfekte Ergänzung zum Gemüsegarten
Microgreens können Dein allererster Schritt ins Gärtnern sein, aber auch Deine Ernte aus dem Gemüsegarten schön ergänzen. Für uns sind sie eine Bereicherung, auf die man nicht verzichten sollte, gerade im Herbst und Winter. Entdecke unsere Auswahl an Bio-Microgreens und ernte schon in wenigen Tagen Deine ersten Pflänzchen! 😊
Weiterlesen
- Lies unseren ausführlichen Artikel über Sprossen
- Schau Dir im Video an, wie Du Microgreens ziehst
Häufige Fragen zu Microgreens
Radieschen, Kresse und Senf: Ihre kleinen Samen keimen in wenigen Tagen, ganz ohne Einweichen, und verzeihen auch kleine Fehler. Gleich danach folgen Brokkoli und Rucola.
Ja, am besten schon. Wähle Bio-Samen, die unbehandelt und für Sprossen oder Microgreens bestimmt sind: Sie werden auf ihre Keimfähigkeit und ihre hygienische Qualität geprüft, denn die Pflänzchen isst Du ja roh.
Nein, Microgreens schneidest Du oberhalb des Substrats ab und isst nur Stiel und Blätter. Mit Wurzeln gegessen werden hingegen Sprossen.
Nein. Ein abgeschnittener Stiel wächst nicht nach. Damit Du immer frischen Nachschub hast, säst Du am besten jede Woche eine neue Kultur aus.
Nicht unbedingt. Eine helle Fensterbank reicht den grössten Teil des Jahres völlig aus. Wenn Deine Pflänzchen im Winter in die Länge schiessen und blass werden, hilft ihnen eine kleine Pflanzenlampe, kompakt und schön grün zu bleiben.
Meistens wegen zu viel Wasser oder zu wenig Luft. Besprüh sie mit einem Zerstäuber, nimm den Deckel ab, sobald sie gekeimt haben, et lüfte täglich. Eine verschimmelte Kultur gehört in den Abfall: Iss sie nicht.
So baut man Microgreens (oder Mikrosprossen) richtig an