Netze und Vliese: Schutz und Wärme für Pflanzen - 29. April 2021

Wer träumt nicht von einer reichen Ernte im Gemüsegarten, wo die Pflanzen gesund sind und mühelos wachsen? Leider haben das Wetter, Schädlinge und Krankheiten ein Wörtchen mitzureden und machen diesen Traum oft zunichte. Die ersten Pflänzchen im Frühling? Ein willkommener Snack für die Vögel nach einem harten Winter. Kohlköpfe? Ein Leckerbissen für Fliegen, Raupen, Flohkäfer und Blattläuse. Der Frühling kommt mit Verspätung? Pflücksalat und Spinat lassen auf sich warten...

Zum Glück gibt es Netze und Vliese, die sicherstellen, dass sich Ihre Pflanzen gut entwickeln können. Was ist der Unterschied zwischen einem Netz und einem Vlies? In welchen Situationen setzt man sie ein und wie? 

Netze

Was ist das?

Ein Kulturschutznetz besteht aus einer Vielzahl sich überlagernder Fäden, die ein Gitter aus Maschen bilden. Zwischen den Maschen ist ein Leerraum vorhanden.

Netze und Vliese: Schutz und Wärme für Pflanzen

Wozu?

Mit einem Netz schützt man Pflanzen vor Vögeln und schädlichen Insekten. Damit die häufigsten Schädlinge unter den Insekten effektiv von den Pflanzen ferngehalten werden, müssen die Maschen kleiner als 1mm sein.

Netze kommen meistens im Sommer zum Einsatz. Zwar wärmt sich die Luft unter dem Netz etwas auf, was für einige Pflanzen problematisch sein könnte (z.B. könnte Salat aufstängeln), dank den Maschen kann die warme Luft aber auch wieder entweichen. So wird die Temperatur gut reguliert.

Anwendungsbeispiele:

Sorten

Schädling

Brassicaceae (Kohlgewächse)

Flohkäfer (Phyllotreta sp.)

Kohlgewächse, Gurken, Bohnen, Tomaten

Mottenschildläuse (Trialeurodes vaporariorum)

Bohnen

Bohnenfliegen (Delia platura)

Zwiebeln

Zwiebelfliegen (Delia antiqua)

Lauch

Lauchmotte (Acrolepiopsis assectella)

Alle

Blattläuse (Aphidoidea)

 

Verwendung

Kohlgewächse, Zwiebeln und Lauch können von der Pflanzung bis zur Ernte mit einem Netz abgedeckt werden.

Bohnen werden direkt nach der Aussaat für mindestens zwei Wochen abgedeckt.

Hinweise: Bestäuber können Pflanzen, die mit einem Netz abgedeckt sind, nicht erreichen. Pflanzen, die eine Bestäubung benötigen (Tomaten, Gurken), müssen daher freigelegt werden, sobald die ersten Blüten erscheinen!

Netze und Vliese: Schutz und Wärme für Pflanzen 

Vlies

Wachstumsvliese bestehen aus unzähligen Fasern, die einen extrem feinen, maschenlosen Filz bilden.

Wozu?

Vliesabdeckungen haben mehrere Funktionen. Einerseits schützen sie Nutzpflanzen vor schädlichen Insekten und Vögeln. Da der Stoff keine Maschen hat, können Insekten die Pflanzen nicht angreifen. Andererseits schützen Abdeckvliese auch gut vor der Kälte. Die Luft erwärmt sich unter dem Vlies, kann aber wegen des maschenlosen Stoffs nicht entweichen. So schützt man Frühlings- und Herbstsaaten vor der Kälte und verbessert ihr Wachstum. Im Frühling kann man mit einer Vliesabdeckung die Salaternte um ein bis zwei Wochen beschleunigen.

Verwendung

Im Frühling und Herbst die Aussaat oder Jungpflanzen sofort abdecken. Bei Kulturen von kurzer Dauer (Kopfsalat, Radieschen, Spinat) kann das Vlies bis zur Ernte auf dem Beet bleiben. Bei Kulturen, die länger dauern (Erbsen, Karotten), sollte man die Abdeckung entfernen, sobald die Pflanzen zu blühen beginnen oder wenn in der Nacht die Temperaturen nicht mehr unter 10°C fallen.

Befestigung

Netze und Vliese muss man am Boden befestigen, damit der Wind sie nicht weg bläst. Dazu kann man  sie zirka alle 50cm mit Steinen, Erde oder Heringen befestigen.

Befestigungselement

Vorteil

Nachteil

Steine

Einfach und sicher

Nicht immer (genug) vorhanden

Erde

Immer genug vorhanden

Netze und Vliese gehen mit der Zeit kaputt

Heringe

Einfach und sicher

Können verloren gehen

Netze und Vliese: Schutz und Wärme für Pflanzen