Die Marienkäfer - 22. March 2021

Einer Legende aus dem 10. Jahrhundert nach wurde ein Mann wegen Mordes verurteilt, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Ein Marienkäfer setzte sich auf seinen Hals. Der Scharfrichter versuchte mehrmals erfolglos, den Käfer zu verjagen. Der damalige König, Robert II., sah dies als Eingreifen Gottes und begnadigte den Mann. Ein paar Tage später wurde der echte Mörder gefunden. Seitdem wird der Marienkäfer auch "Gotteskäfer" genannt und gilt als Glücksbringer. Im deutschen Sprachraum hiess es, der nützliche Käfer sein ein Geschenk der Mutter Gottes an die Bauern, daher kommt der Name "Marienkäfer".

Der Marienkäfer ist ein Insekt aus der Ordnung der Käfer (Coleoptera). Zur Familie der Coccinellidae zählen weltweit über 3.000 Arten. Davon kommen etwa 100 in Europa vor und zwei sind in unseren Gärten besonders bekannt: der 7-punktige und der 2-punktige rote Marienkäfer. Daneben begegnen einem manchmal auch gelbe, orange und schwarze Marienkäfer. Die Zahl der Punkte kann stark variieren. Marienkäfer verbringen den Winter schlafend; dafür verstecken sie sich in der Rinde von Bäumen, in toten Blättern, etc.

Im Frühling, wenn die Temperatur 12°C überschreitet, kommen sie wieder aus ihren Verstecken hervor. Das Marienkäferweibchen legt seine Eier an strategischen Stellen ab, zum Beispiel auf der Rückseite von Blättern und in der Nähe einer Blattlauskolonie. Die Eier sind in der Regel in 10er-Packungen dicht an dicht gepackt. Die Larven schlüpfen nach etwa einer Woche und machen sich sofort auf die Suche nach Blattläusen. Während ihres Wachstums durchlaufen die Larven eine Reihe von 4 Häutungen. Sie werden zunehmend bunter und können am Ende dieser Häutungen bis zu 150 Blattläuse pro Tag fressen. Danach verpuppen sich die Larven und verbleiben in diesem Stadium etwa eine Woche lang fest an einem Blatt befestigt. Der geschlüpfte, erwachsene Marienkäfer hat eine Lebenserwartung von 2-4 Jahren.

Der Marienkäfer ist im Garten ein willkommener Mitbewohner, denn Blattläuse sind sein Lieblingsessen! Ein erwachsener Marienkäfer verzehrt etwa 100 Blattläuse im Tag. Wenn ihm die Blattläuse ausgehen, frisst er auch Schildläuse, Thripsen oder andere Schädlinge.

In den 1990er Jahren wurden in Europa Larven des asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) zur Schädlingsbekämpfung ausgesetzt. Heute sind diese jedoch zu einer Bedrohung für einheimische Arten geworden, deren Larven sie auffressen und für die nicht mehr genug Nahrung übrig bleibt. Darüber hinaus vermehren sie sich mit hoher Geschwindigkeit, was sie zu einer ökologisch bedenklichen invasiven Art macht. Man erkennt sie an ihrer Grösse (bis zu 1 cm lang) und ihrer variablen Farbe, oft mit vielen Punkten.

Um Marienkäfer anzulocken, benötigen Sie einen Garten, der frei von Chemikalien und reich an biologischer Vielfalt ist. Die immergrünen Hecken im Winter, Holzhaufen oder ein Fertighaus dienen ihnen als Schutz, um den Winter zu verbringen, und eine kleine Ecke des wilden Gartens mit vielen Arten wird sie im Sommer anziehen!

Die Marienkäfer