Die Wildbienen - 07. February 2021

Bienen sind sagenhafte Insekten! Diese Tierart ist extrem vielfältig. Allein in der Schweiz leben fast 600 Arten, in Europa 2'500 und weltweit 20'000. Die Honigbiene ist nur eine davon. Die 600 Bienenarten der Schweiz gehören zu 6 Familien. Sie unterscheiden sich im Körperbau, in der Art des Nistplatzes und in ihren Nahrungspflanzen. Die meisten Wildbienen leben solitär, d.h. sie bilden keine Kolonien. Die Weibchen bauen ihre Nistplätze allein, zum Beispiel in hohlen Stängeln, oder graben Löcher in Holz oder in die Erde. In den so entstandenen Brutröhren legen sie etwas Nahrung (eine Mischung aus Nektar und Pollen) und ein Ei. Dann verschliessen sie den Raum mit Speichel und Erde. Das wiederholen sie, bis der ganze Hohlraum ausgefüllt ist. Nachdem sie alle Eier gelegt hat, stirbt die Biene. Im Inneren der Brutröhre entwickelt sich das Ei zu einer Larve und frisst die Nahrungsvorräte. Die Larve verpuppt sich und überwintert in diesem Zustand. Im Frühling, wenn die Temperaturen anfangen zu steigen, vollendet die Biene ihre Verwandlung. Sobald sie ausgewachsen ist, zerstört sie die Mauer, die sie von der Aussenwelt trennt, und verlässt ihr Versteck. Die Männchen verlassen ihren Nistplatz ein paar Tage früher als die Weibchen und warten in der Nähe eines Nestes eines Weibchens. Sobald dieses ihren Nistplatz verlässt, stürzt sich die Drohne auf es, um es zu befruchten. Das Männchen stirbt nach der Befruchtung innerhalb von wenigen Tagen. Das befruchtete Weibchen begibt sogleich auf die Suche nach einem geeigneten Ort für den Bau von Nistplätzen. Wildbienen sind für die Bestäubung unverzichtbar.

Manche Arten, darunter auch die Honigbienen, sind in der Wahl ihrer Futterpflanzen recht «vielseitig». Andere haben sich auf einzelne Pflanzen spezialisiert. Über 300 der einheimischen 600 Wildbienenarten sind so hoch spezialisiert, dass sie zum Überleben auf eine oder zwei Pflanzenarten angewiesen sind. Wenn also die Biene oder die Pflanze verschwindet, wird auch die Partnerin dieser Symbiose bald nicht mehr vorhanden sein. Deshalb ist es so wichtig, die Artenvielfalt zu schützen.

Es gibt auch Wildbienenarten, die keine Einzelgänger sind, sondern in kleinen Kolonien leben. Dies ist zum Beispiel bei der Hummel der Fall, die übrigens auch Honig produziert. Allerdings überleben Hummelkolonien den Winter nicht, so dass keine grossen Vorräte angelegt werden müssen. Deshalb produzieren Hummeln nur so viel Honig, wie sie brauchen. Hummeln sind hervorragende Bestäuberinnen. Mit ihren schnellen Schwingungen können sie auch Blüten bestäuben, die für kleinere Bienen unzugänglich sind, wie z.B. die Tomate. Im Gemüseanbau werden oft Hummelnester in Tomatengewächshäusern angebracht, um die Bestäubung zu fördern.

Die Wildbienen

Bild 2: Links die grösste der Wildbienen: die Holzbiene. Rechts ist eine kleine Maurerbiene (Osmia) zu sehen, die typischerweise in den hohlen Stielen von Insektenhotels nistet.