Herbst- und Wintergemüse - 10. July 2020

Herbst- und Wintergemüse

Auf dem Balkon wie im Garten können bis Anfang September alle 10-14 Tage Schnittsalat, Schaftzwiebeln, Rucola und Radiesli gesät werden. Diese einfachen Saaten wachsen schnell und sind allgemein beliebt. Auch die letzten Kopfsalate können im August noch vorgezogen und bis Mitte September gepflanzt werden.

Rettich, Räben und Kohlrabi sind klassische Herbstkulturen und schmecken im Winter hervorragend in währschaften Gerichten.

Aber auch im Winter lässt sich noch erstaunlich viel ernten: im August werden Spinat, Zichoriengewächse, Winterportulak und asiatische Blattgemüse wie Pak Choi und Roter Senf gesät, sie sorgen in der kalten Jahreszeit für frisches Grün und Vitamine.

Nüsslisalat ist der Klassiker fürs Weihnachtsessen, und kann bis Mitte September gesät werden.

Unsere Geheimtipps für frühe Frühlingsernten: Winterlattughino, im September gesät, sorgt für frischen Salat an Ostern. Und die Winterkefen, im November gesät, wachsen über den ganzen Winter hindurch und sind im Frühling einen ganzen Monat vor den Anderen erntereif!

 

 

Zweijährige Blumen

Ganz wichtig ist der September für zweijährige Blumen: sie werden jetzt gesät, sammeln im Herbst genügend Energie um über den Winter zu kommen und wachsen dann im Frühling zu schöner Blütenpracht. Neben den klassischen Arten der Ackerbegleitflora (Frauenspiegel, Klatschmohn, Adonisrösschen, Kornblume, etc) betrifft dies auch die Nachtkerze, die Margerite, der Rittersporn und die Kornrade.

Viele dieser Arten waren früher begleitende "Unkräuter" in Getreidefeldern und säten sich bei der Ernte im Spätsommer von selbst wieder aus. Durch den Einsatz moderner Herbizide und intensiven Kulturen ist diese Ackerbegleitflora heutzutage praktisch verschwunden, und mit ihr einen Teil der Biodiversität. Bringen wir diese Farbenpracht zurück auf unsere Äcker!

Herbst- und Wintergemüse 

 

Gründüngungen

Ein Gartenbeet sollte grundsätzlich nie brach liegen. Wer keine Winterkulturen plant, sollte auf abgeernteten Gartenbeeten deshalb eine Gründüngung einsäen. Sie verhindert Bodenerosion, lockert die Erde, reichert sie mit wertvollen organischen Stoffen an und bietet zudem vielen Nützlingen eine Lebensgrundlage. Für eine Herbstaussaat kommen folgende Mischungen in Frage:

- Sommerpause
- Landsberger Gemenge
- Winterpause 

Herbst- und Wintergemüse

 

Es geht ans eingemachte

Pralle Erntekörbe gibt es zurzeit fast täglich. Vermeiden wir Food Waste! Der Winter naht zudem schneller als man denkt, deshalb werden die Vitaminreserven am besten bereits jetzt angelegt. Hier unsere Tipps zum Konservieren.

Tieffrieren

Einfrieren gehört zu den einfachsten und effizientesten Methoden des Konservierens. Viele Gemüsearten können in unterschiedlichen Formen für verschiedene Zwecke eingefroren werden. Damit der frische Geschmack und die schönen Farben erhalten bleiben empfiehlt sich, das Gemüse zuerst zu blanchieren. Dazu wird das Gemüse Portionenweise für sehr kurze Zeit in kochendes Wasser gelegt und anschliessend in eiskaltem Wasser gekühlt. Hier unsere Anleitung dazu.

 

 

Lagern im Keller

Ein "richtiger" Keller mit optimalen Temperatur- und Feuchtigkeitswerten kann eine richtige Schatzkammer für Ihr Lagergemüse werden. Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Räben, Obst, Kürbisse etc. können im besten Fall bis ins nächste Jahr aufgehoben werden.

Trocknen

Am besten wird Obst und Gemüse mit einem Dörrgerät (z.B. Dörex) getrocknet, aber auch im Ofen funktionierts. Wichtig ist, dass zu hohe Temperaturen vermieden werden, gleichzeitig das Trocken aber zügig vorangeht, damit das Dörrgut nicht schimmelt. An sehr exponierten Lagen kann auch an der Sonne getrocknet werden, das funktioniert gut mit Paprika und halbierten Tomaten.

Fermentieren

Fermentierte Gemüse wie das typisch Koreanische Kimchi sind zurzeit ein grosser Trend. Grundsätzlich ist es einfach, aber es gibt einige wichtige Schritte zu beachten, damit es nicht zu Lebensmittelvergiftungen kommt. Anleitungen gibt es auf dem Internet Dutzende.

(Sauer)Einlegen

Früher gehörte das Einlegen zu den wichtigsten, ja oftmals einzigen Konservierungsmethoden. Einlegen war einfach und günstig. Ausser Essiggurken ist man sich heute aber nicht mehr an diese Geschmacksrichtung gewohnt.  Was es braucht: Wasser, Salz, Zucker und Gewürze. Geeignetes Gemüse: Randen, Karotten, Kabis, Spargeln, Bohnen und Pepperoni. Eventuell blanchieren.

Sterilisieren / Heiss einlegen

Das klassische Konservenglas eignet sich für eine Vielzahl an Gemüse und Früchten. Wichtig ist vor allem, dass sauber gearbeitet wird und die Inhalte wirklich steril sind. Ansonsten kommt es zu potenziell gefährlichen Gärungen.

Weitere Verfahren

Das Haltbarmachen von Lebensmitteln war früher eine Frage des Überlebens im Winter, und deshalb haben die Menschen viele kreative Lösungen gefunden. Es gibt noch unzählige weitere Rezepte wie Konfitüre, Chutneys, Saucen, Pesto und Einlegen im Öl. Ihre Kreativität ist gefragt! 😊

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