Christines Gartenjahr: der Sellerie - 14. Januar 2008

Dass ausgerechnet ein Sellerie den Anstoss gibt, meinen Garten- Blog zu starten, das hätte ich nicht erwartet ……. „Was für ein schöner Sellerie“, denk ich. Eben hab ich ihn aus dem Keller geholt. Gut faustgross, wohlgeformt, hellhäutig. Ich schäl ihn, schneid oben den Blattansatz, unten die Wurzeln ab und tranchiere ihn. So schön fest und weiss innen. Ich weiss, dass er gut ist, so steck ich mir ein paar Schnefeli in den Mund. Nussartig, stark, ungezähmt, eben typisch„Balder“. Gut, dass wir die Sorte anfangs der 80er gleich in Obhut genommen haben, damals, als wir uns entschieden haben, Saatgut von den guten, bewährten, Nicht-Hybriden-Sorten zu vermehren, denn wo sonst bekäme man noch Samen vom „Balder“? Gestern in der Stadt hab ich beim Grossverteiler noch schnell das Gemüse inspiziert. (Das machen Robert und ich liebend gern, dann wird auch immer gleich verglichen und beurteilt.) Da sind mir die Sellerieknollen aufgefallen: Riesig, 4 x faustgross im Vergleich zu meinem „Balder“ heute, kahlgetrimmt in der Waschtrommel, keine Spur von Wildheit mehr. Was macht man mit so einem Riesensellerie in der Küche? Sellerie kann man ja nicht tonnenweise essen. Vor ein paar Jahren haben wir in einem Sortenversuch moderne und traditionelle Selleriesorten im Vergleich angebaut. Die Modernen allesamt schnellwüchsig und riesig, im Geschmack jedoch jenseits allen Genusses. Für die industrialisierte Verarbeitung mag das keine Rolle spielen, der Geschmack kommt mit den Zusatzstoffen. Hauptsache, der Sellerieknollen lässt sich maschinell ernten, rüsten, waschen, schälen u.s.w. So wird heute gezüchtet: maschinenkonform soll alles sein. Und wir schauen, dass der „Balder“ mit seinem authentischen Selleriegeschmack weiterlebt, sich im Pot- au- feu, in der Gerstensuppe, im Salat entfaltet und Menschen erfreut. Mein „Balder“ ist bereit. Ich wende die Scheiben im Mehl und leicht gesalzenem Ei und brate sie auf kleinem Feuer beidseitg ca. 15 Minuten hellbraun. So sind sie innen weich und mürbe, das Teiglein aussen schön goldig. „Wunderbar, herrlich“, heisst’s am Tisch. „Natürlich ein „Balder“, sag ich. (So kocht eine Bio-Samen-Züchterin) Uebrigens, wenn Sie Sellerie im Garten anbauen wollen, unbedingt früh aussäen und warm halten. Wie es genau geht, erfahren Sie unter „Balder“Sellerie Balder