Juni-Wetter - 21. Juni 2008

  Der Juni, wie er meistens ist: kalt, regnerisch, nordisch. Angezogen ist man natürlich so wie im Mai, luftig, leicht und die Schuhe bleiben im Gestell. In genau solchen Momenten fährt ein Hexenschuss ein; meistens wird dieselbe Person getroffen. Schieflage total. Zum Glück können wir reagieren: In den alten Ausgaben von Pfarrer Künzle’s Heilkräuterbüchlein „Chrut und Uchrut“ gibt es einfache Rezepte: „Nimm täglich ein halbstündiges, warmes Vollbad mit nachfolgender kalter Dusch: Heublumen 4-5 Handvoll, Farnwurzeln 2 Kilo, Wachholderkries 3 Handvoll; alles soll 3 Stunden tüchtig gesotten werden…“ So gehe ich in den Garten zum schattigen Mäuerchen, wo ich vorsorglich Farn gepflanzt habe, teile einen kräftigen Wurzelstock mit dem Spaten, lass die Hälfte im Boden, aufdass er weiterlebe, nimm die andere Hälfte ins Haus und schneide mit dem grossen Messer den Wurzelstock in kleine Stücke. Jedesmal ein Wunder! Leuchtend hellst-grün, fast phosphoreszierend erscheint die Innenseite. - Ein kleines Dankeschön an den Farn, den ich da verwenden darf. - Den Sud giesse ich dann in die heiss gefüllte Badewanne und… der Wunder nicht genug, färbt sich das Wasser zu einem warmen Rot. Wir behandeln den Hexenschuss erfolgreich mit Farnsud. Die Aufzeichnungen von Pfarrer Künzle schätzen wir sehr. Er hat sein Wissen allen zur Verfügung gestellt und nicht mit „Wundermitteli“ ein Vermögen eingefahren.   Was der Juni sonst noch fertigbringt? Die ersten Blüten der zierlichen Kornrade öffnen sich. Klatschmohn, Ringelblumen, Borretsch zaubern Farben in die Beete. Beim Gemüse blühen Rettiche, Rüebli, Mangold (der wie Honig duftet), eigentlich die ganze Palette der zweijährigen Gemüsearten. Um Samen zu ernten, werden die sogenannten zweijährigen Gemüse nicht gegessen, sondern überwintert. Die Kälte gibt ihnen den Impuls zum Blühen. Ich werde diesen Prozess am Beispiel der Kohlpflanzen in den folgenden Blogs aufzeichnen.