Farben für Barbara - 26. August 2008

Jetzt stellen Sie sich vor, was passiert ist: Wir machen Fotos für den neuen Katalog. (Die Blumen blühen im Sommer, im November ist es zu spät.) Die kleinblütigen Zinnien - von vielen KundInnen sehnlichst erwartet - werden ab 2009 unser Blumensortiment bereichern und sollen sich besonders anmutig präsentieren. Ich schneide also von allen Farben und Formen so grosszügig, dass ich sie kaum auf dem Arm halten kann, arrangiere sie auf verschiedenste Weise: als Blütenteppich, Bouquet oder als Einzelblüten. Robert schiesst jeweils unzählige Bilder. Am Abend schauen wir sie an. Da ist eines –viel zu hell in der Beleuchtung, als dass es in die engere Auswahl kommen könnte- und dennoch…, ich kann es nicht löschen, freue mich unbändig über dieses Licht-Farbenspiel. Und unwillkürlich denke ich an Barbara, meine Freundin, die seit 2 Jahren in Kairo lebt. Barbara ist Künstlerin, sie geht mit Farben um, wie ich niemanden sonst kenne: intensivst. Seit dem Winter hab ich nichts mehr von ihr gehört, so mail ich das Bild mit einem kleinen Gruss „Farben für Barbara“. Eine halbe Stunde später schon die Antwort. Betreff: „cairoflower“ „Liebe Christine …hab dir gestern ein mail geschrieben und es ist zurückgekommem, da dachte ich, was ist los? Und ein Tag später kommt ein mail von dir!!“ Sie fügt also das mail von gestern an. Worüber wollte sie mir nun tagszuvor schreiben? Ueber Blumen, dass die Portulakröschen blühen und sie dabei an mich denkt, wenn sie die wunderschönen Farben sieht, von den Kapuzinerli und dem Blumenteppich, den sie in Arbeit hat. Der Blumenteppich beschäftigt Barbara seit sie in Kairo ist. Ihr Einstiegswerk in die neue Kultur? Ich bin gespannt, farbig wird er sein, intensivst, und Barbara wird wesentlich darin verknüpft sein, zusammen mit Portulakröschen, Kapuzinerli und Zinnien, die sie aus der alten Heimat in Form von Samen mit nach Kairo genommen hat und die sie auf ihrem Balkon mitten in der Altstadt zieht.