Tomatenpflege: Aufbinden, Ausbrechen, etc. - 29. Mai 2019

Endlich sind sie gesetzt, die Tomaten! Bleibt nur noch die richtige Pflege, damit es schon bald genug zu ernten gibt. Was gibt es zu beachten?

Unterste Blätter ausbrechen

Bei allen Tomaten sollten die untersten Blätter ausgebrochen werden, bis auf eine Höhe von ca. 40 cm ab Boden. Der Grund? Bei Regen treffen so weniger Spritzer von unten auf die Blätter, was eine Ansteckung mit Pilzsporen verhindert. Ausserdem wir die Durchlüftung der Pflanze allgemein verbessert, was den Krankheitsdruck zusätzlicht mindert.

Seitentriebe ausbrechen: warum?

Viele Tomatensorten bilden zwischen den Blättern und dem Haupttrieb Seitentriebe. Damit mehr Energie in die Bildung der Früchte statt zusätzlichem Blattkraut fliesst, können diese ausgebrochen werden.

ACHTUNG: man sollte die Triebe AUSBRECHEN und nicht schneiden. Mit einem Messer würden eventuelle Krankheiten von Pflanze zu Pflanze gebracht.

Zuerst gibt es aber zwei Typen Tomaten zu unterscheiden: jene mit begrenztem Wachstum ("determinierte" Sorten) und jene mit einem theoretisch undeterminiertem Wachstum ("Undeterminierte", unter besten Bedinungungen). Eine Übersicht unserer Sorten finden Sie unter diesem Link.

Determinierte Tomatensorten

Viele Gärtner verzichten bei determinierten Sorten ganz auf ein Ausbrechen der Seitentriebe, die Pflanze wird dadurch buschiger. Je nach Wetter können einige Seitentriebe ausgebrochen werden, damit genügend Licht eindringen kann und die Pflanze besser belüftet ist. In einem nassen, kalten Sommer kann sich dies lohnen.

Undeterminierte Sorten

Es können die meisten Seitentriebe entfernte werden, wie wir dies in unserer Videoanleitung zeigen. Aber aufgepasst, wir empfehlen immer, den jeweils ersten Seitentrieb von oben bis zum nächsten Mal zu lassen. Der Grund: sollte der Haupttrieb aus irgendeinem Grund abbrechen, kann der darauffolgende Seitentrieb als Reserve dienen.

 Schlussendlich ist es wie beim Bonsai: jeder Gärtner, jede Gärtnerin gestaltet seine Pflanzen nach seinen Vorlieben, es lohnt sich also, verschiedene Methoden auszuprobieren, damit Sie "Ihren" Stil finden.

Mulchen

Beim Setzen denkt man nicht unbedingt ans Mulchen, es hat aber viele Vorteile:

  • Es verhindert ein zu schnelles Austrocknen des Bodens
  • Der Boden wird nicht zu heiss, was Wurzelstress verhindert und die Blütenendfäule (schwarze Nasen an den Tomaten) verringert
  • Weniger Unkrautdruck
  • Verringert Infektion durch Pilzkrankheiten weil es bei Regen weniger Spritzwasser gibt
  • Verbessert langfristig die Bodenbeschaffenheit

Als Mulch empfehlen sich Stroh, Blätter oder gekauften (biologischen) Mulch. Circa 5-10 cm dick auftragen.

Giessen

Wir giessen unsere Tomaten bei Trockenheit täglich. Es sollte auf alle Fälle nur der Boden gewässert werden, die Blätter sollten nie nass werden (Pilzkrankheiten!). Der Fingertest: der Boden sollte sich feucht und frisch anfühlen, aber nie nass sein!

Aufbinden

Binden Sie Ihre Tomaten mit einem Pfahl oder einer starken Schnur auf, damit sie sich gut entwickeln können. Im Frühling sollte die Pflanze bei intensivem Wachstum 1-2 pro Woche aufgebunden werden. Aufpassen: den Stamm nicht zu fest anbinden, damit er nicht zerdrückt wird und sich weiterentwickeln kann.