Tomatenpflege - 01. Juni 2021

Tomaten ins Freie pflanzen

Ob man seine Setzlinge selber anzieht oder ob man sie kauft: ab Mitte Mai dürfen sie an ihren endgültigen Standort gepflanzt werden, sei es im Treibhaus oder im Freien. Das gibt es zu beachten, damit sich Ihre Pflanzen gut entwickeln können:

Zeitpunkt

Es gibt einige wichtige Punkte, die den Zeitpunkt des Pflanzens beeinflussen:

  • Grösse: je grösser der Setzling, desto höher der Bedarf an Wasser und Nährstoffen. Ein Topf kann da schnell zu klein werden, und ein zu kleines Erdvolumen bremst die Entwicklung.
  • Wurzeln: halten Sie den Setzling vorsichtig verkehrt rum und entfernen Sie den Topf. Wenn die Wurzeln mehrfach um den Topf herum wachsen, deutet das auch auf Platzmangel hin.
  • Blätter: werden die Blätter matt oder gar gelb, oder falten und rollen sie sich, dann kann das auch auf Nährstoffmangel hindeuten
  • Erde: gekaufte Pflanzerde bietet meistens genug Dünger für 6-8 Wochen. Danach wird es knapp.

Wenn Sie mehrere dieser Zeichen feststellen, sollten Sie die Setzlinge in grössere Töpfe umpflanzen oder direkt ins Freie setzen, wenn es das Wetter schon erlaubt (erst ab Mitte Mai!).

Setzen planen

  • Jede Pflanze hat ihre Bedürfnisse. Beachten Sie zuerst die Angaben auf der Rückseite der Samentüten.
  • Kalender: die meisten Setzlinge vertragen keinen Frost, und sollten erst ab Mitte Mai ins Freie gesetzt werden.
  • Beachten Sie den Wetterbericht: ideal ist ein bedeckter Tag an dem es weder zu heiss noch zu kalt ist, damit die Pflanzen keinen Temperaturschock erleiden. Sollte es in den nächsten Tagen nochmals richtig kalt werden, behalten Sie die Setzlinge besser an einem warmen Ort und warten noch zu. Die bekannten Eisheiligen (11. bis 15. Mai) sind ein guter Anhaltspunkt: erst danach sollten Tomaten nicht draussen gesetzt werden!
  • Wählen Sie einen geschützten Ort im Garten, damit Ihre Setzlinge nicht allzu sehr dem Wind ausgesetzt sind. Gerade Tomate und Aubergine Aubergine schätzen es sehr, wenn sie vor Regen geschützt sind (Tomatenhaus, Regendach, Vordach).
  • Stellen Sie sicher, dass zumindest für die nächsten Tage eine genügende Wasserversorgung sichergestellt ist: die Pflanzen müssen zuerst neue Wurzeln bilden und sind auf externes Giessen angewiesen.
  • Bereiten Sie den Boden locker vor, und geben Sie falls nötig gut verrotteten Kompost bei

Setzen

Jetzt kann gepflanzt werden, idealerweise an einem bedeckten Tag!

  • Graben Sie ein Loch, das in etwas grösser als der Topf ist.Tomaten können tiefer gesetzt werden, am vergrabenen Stiel werden sie anschliessend Wurzeln bilden.
  • Geben Sie ein gute Handvoll angewelktes Brennesselnlaub ins Loch, das stärkt die Pflanzen und düngt sie zusätzlich.
  • Halten Sie den Setzling verkehrt rum und ziehen Sie vorsichtig den Topf weg. Achten Sie darauf, dass Sie das Wurzelwerk nicht beschädigen!
  • Setzen Sie den Setzling auf den Boden des Lochs und füllen Sie es mit Erde auf
  • Leicht andrücken und wenn möglich sofort giessen
  • Über die nächsten Tage Feuchtigkeit regelmässig kontrollieren und bei kalten Temperaturen wenn möglich mit einem Vlies vor Kälte schüzten.

 

 

Endlich sind sie gesetzt, die Tomaten! Bleibt nur noch die richtige Pflege, damit es schon bald genug zu ernten gibt. Was gibt es zu beachten?

Unterste Blätter ausbrechen

Bei allen Tomaten sollten die untersten Blätter ausgebrochen werden, bis auf eine Höhe von ca. 40 cm ab Boden. Der Grund? Bei Regen treffen so weniger Spritzer von unten auf die Blätter, was eine Ansteckung mit Pilzsporen verhindert. Ausserdem wir die Durchlüftung der Pflanze allgemein verbessert, was den Krankheitsdruck zusätzlicht mindert.

Seitentriebe ausbrechen: warum?

Viele Tomatensorten bilden zwischen den Blättern und dem Haupttrieb Seitentriebe. Damit mehr Energie in die Bildung der Früchte statt zusätzlichem Blattkraut fliesst, können diese ausgebrochen werden.

ACHTUNG: man sollte die Triebe AUSBRECHEN und nicht schneiden. Mit einem Messer würden eventuelle Krankheiten von Pflanze zu Pflanze gebracht.

Zuerst gibt es aber zwei Typen Tomaten zu unterscheiden: jene mit begrenztem Wachstum ("determinierte" Sorten) und jene mit einem theoretisch undeterminiertem Wachstum ("Undeterminierte", unter besten Bedinungungen). Eine Übersicht unserer Sorten finden Sie unter diesem Link.

Determinierte Tomatensorten

Viele Gärtner verzichten bei determinierten Sorten ganz auf ein Ausbrechen der Seitentriebe, die Pflanze wird dadurch buschiger. Je nach Wetter können einige Seitentriebe ausgebrochen werden, damit genügend Licht eindringen kann und die Pflanze besser belüftet ist. In einem nassen, kalten Sommer kann sich dies lohnen.

Undeterminierte Sorten

Es können die meisten Seitentriebe entfernte werden, wie wir dies in unserer Videoanleitung zeigen. Aber aufgepasst, wir empfehlen immer, den jeweils ersten Seitentrieb von oben bis zum nächsten Mal zu lassen. Der Grund: sollte der Haupttrieb aus irgendeinem Grund abbrechen, kann der darauffolgende Seitentrieb als Reserve dienen.

 Schlussendlich ist es wie beim Bonsai: jeder Gärtner, jede Gärtnerin gestaltet seine Pflanzen nach seinen Vorlieben, es lohnt sich also, verschiedene Methoden auszuprobieren, damit Sie "Ihren" Stil finden.

Mulchen

Beim Setzen denkt man nicht unbedingt ans Mulchen, es hat aber viele Vorteile:

  • Es verhindert ein zu schnelles Austrocknen des Bodens
  • Der Boden wird nicht zu heiss, was Wurzelstress verhindert und die Blütenendfäule (schwarze Nasen an den Tomaten) verringert
  • Weniger Unkrautdruck
  • Verringert Infektion durch Pilzkrankheiten weil es bei Regen weniger Spritzwasser gibt
  • Verbessert langfristig die Bodenbeschaffenheit

Als Mulch empfehlen sich Stroh, Blätter oder gekauften (biologischen) Mulch. Circa 5-10 cm dick auftragen.

Giessen

Wir giessen unsere Tomaten bei Trockenheit täglich. Es sollte auf alle Fälle nur der Boden gewässert werden, die Blätter sollten nie nass werden (Pilzkrankheiten!). Der Fingertest: der Boden sollte sich feucht und frisch anfühlen, aber nie nass sein!

Tomaten Aufbinden 

Wieso aufbinden Die Tomate ist eine der beliebtesten Pflanzen im Gemüsegarten. Tomatenpflanzen liefern eine reichere Ernte und nehmen weniger Platz in Anspruch, wenn sie aufgebunden werden.

Der Platzgewinn ist aber nicht der einzige Vorteil des Aufbindens:

  • Weniger Krankheiten
    Ohne Stütze würden die Tomatenpflanzen auf dem Boden liegen und buschig werden. Das wäre ideal für die Kraut- oder Braunfäule (Phytophthora infestans). Die Sporen dieses Pilzes überleben im Boden und befallen die Blätter der Tomaten, sobald sich die Gelegenheit bietet. Von dieser Krankheit befallene Pflanzen sterben innerhalb weniger Tage ab. Durch das Aufbinden der Pflanzen hat das Blattwerk weniger Kontakt mit dem Boden, wodurch das Ansteckungsrisiko verringert wird.
  • Bessere Qualität der Früchte Durch das Aufbinden sind die Blätter weiter auseinander und erhalten mehr Sonnenlicht. Dadurch erhalten die Pflanzen insgesamt mehr Energie, wachsen besser und können sich grössere, schmackhaftere Früchte bilden.

Wie geht das Aufbinden

Das Aufbinden kann je nach verwendeter Technik ziemlich mühsam seinn – es geht aber auch anders! Die Zollinger-Methode ist effektiv, optimiert die Besonnung, reduziert die Verletzungsgefahr für die Pflanzen und hält sie gesund.

Material (für ~4 Pflanzen):

  • 3 Bambusstäbe oder andere Stecken: Länge mind. 2m,
  • Durchmesser mind. 2cm Aufbindeschnur → unsere Empfehlung
  • Pflanzen- oder Kabelbinder → unsere Empfehlung
  • Evtl. Aufbindeclips → unsere Empfehlung

Vorbereitung:

  1. • Pflanzen Sie Ihre Tomaten in einer Reihe und lassen Sie zwischen den einzelnen Pflanzen einen Abstand von 60 bis 80cm.
  2. • Stellen Sie zwei Stützstäbe in einer Reihe mit den Tomaten auf, etwa 1.5 Meter auseinander
  3. • Platzieren Sie den dritten Stab so hoch wie möglich zwischen den beiden anderen und binden Sie ihn fest (z.B. mit Aufbindeschnur).
  4. Binden Sie über jeder Tomatenpflanze eine Aufbindeschnur an den Querstab. Die Schnur sollte etwa 20cm länger sein, als nötig.
  5. Wenn Sie Aufbindeclips verwenden, setzen Sie einen Clip am unteren Ende der Pflanze und zirka alle 30cm einen Weiteren.
  6. Wenn Sie keine Clips verwenden, machen Sie unter den ersten Blättern einen lockeren Knoten um die Pflanze und wickeln Sie dann die Aufbindeschnur vorsichtig um den Stängel.
Tomatenpflege
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Tomaten: Blütenendfäule bekämpfen

Es sieht unappetitlich aus und ist frustrierend: trotz gesunder, robuster Pflanzen faulen die Früchte plötzlich zusammen, eine Ernte kann ausgeschlossen werden. Ist es ein Pilz? Ein Bakterium, das unsere Kulturen angreift?

Nein, es ist die Blütenendfäule, und dieses Jahr trifft sie besonders oft auf. Ursache ist ein Mangel an Kalzium. Dieser kann aufgrund schwankender Bewässerung, zu tiefem pH-Wert oder zu hohem Salzgehalt in der Erde verursacht werden. Da es in den letzten Wochen sehr heiss und trocken war, konnten sich die Symptome vermehrt ausbilden, vor allem bei grossfruchtigen Tomatensorten wie Berner Rose oder Ochsenherz.

So können Sie die Blütenendfäule bekämpfen

  • Regelmässig giessen, vorzugsweise abends oder am frühen Morgen
  • Kalzium betont düngen, z.B. mit AminoCa
  • Balkon-/Terrassenkultur: verhindern Sie eine zu hohe Erwärmung des Topfs durch die Sonne, z.B. mit einer Schattierung. So werden die Wurzeln nicht allzu sehr gestresst!

Bilder: R. Allenspach