I wett I hett es Gartebeet - 02. Januar 2019

So wie man sich gerne in ein eben gemachtes Bett mit frischen Leintüchern legt, so freuen sich auch Samen und Setzlinge auf ein sauber vorbereitetes Gartenbeet. Doch was heisst das genau?

Umgraben oder nicht?

In den letzten Jahren ist das alljährliche Umgraben in einigen Gärtnerkreisen in Verruf geraten. Wollen die einfach die harte Arbeit umgehen? Nur daran kann es nicht liegen. Beim Umgraben werden die Erdschichten mit dem Spaten durcheinandergemischt und Bodenlebewesen, lange vor Licht und frischer Luft geschützt, sind plötzlich exponiert. Kein Zweifel, das ist ein harter Eingriff in das Ökosystem Boden. Doch nur zum Spass haben sich unsere Vorfahren, Generationen von Bauern und Gärtnern, nicht den Rücken gebrochen. Umgraben und Pflügen befördern Pflanzenreste in tiefere Schichten und fördern dort die Bildung von Humus. Der Boden wird gelockert, harte Strukturen aufgebrochen und mit Sauerstoff angereichert. Dies verhindert Staunässe und erleichtert die Bewurzelung Ihrer Saat. Auch der Druck von Bodenschädlingen und Schnecken kann verringert werden, z.B. indem deren Eier zerstört werden oder dem Frost ausgesetzt werden. Ausserdem kann beim Umgraben Kompost oder reifer Mist beigemischt werden. Das verringert die Auswaschung und stellt "des Gärtners Gold" den Wurzeln dort zur Verfügung, wo es benötigt werden.

Weniger ist mehr

Ob umgraben oder nicht, die Vor- und Nachteile kann jede Gärtnerin, jeder Gärtner für sich selber abschätzen. Bei schweren Böden mit hohem Tonanteil ist es selten vermeidbar, bei leichteren, durchlässigeren Böden gibt es durchaus Alternativen, so dass ein Umgrabe nicht immer notwendig ist. Eine leichtere Bearbeitung mit Kräuel, Stechgabel oder Grubber kann durchaus ausreichen und spart eine Menge Arbeit. Ausserdem werden Bodenlebewesen geschont und es wird verhindert, dass frische Unkrautsamen aus der Tiefe an die Oberfläche befördert werden. Wie Sie die Erde am besten vorbereiten erfahren Sie hier:

Zubereiten der Saat- und Pflanzbeete

Nachdem die Tiefenlockerung perfekte Bedingungen für Wasserfluss und Wurzelwachstum sichergestellt haben, heisst es nun das Beet für die Bepflanzung respektive Aussaat bereit zu machen. Weil Samen weniger robust und widerstandsfähiger als Setzlinge sind, sollte die Oberfläche mittels Rechen oder Kräuel fein und eben zubereitet werden. Die Pflanz- und Saattiefe muss je nach Art angepasst werden. Die Pflanzen und die Saat werden leicht angedrückt. So sind die Samen direkt mit der Bodenfeuchtigkeit in Kontakt und können sich schnell entwickeln. Dadurch sind sie weniger lange im heiklen Keimstadium und entwachsen rasch den vielen Gefahren.