20 Jahre Gentechnik: eine Bilanz - 31. Oktober 2016

Bei einem emotionalen Thema wie gentechnisch veränderte Organismen (GVO) ist es äusserst schwierig, objektiv zu bleiben. Seit einem Vierteljahrhundert behaupten Befürworter, dass ohne gentechnisch veränderte Sorten die Ernährung der wachsenden Bevölkerung kaum möglich ist. Die Gegner befürchten eine totale Kontrolle des Saatgutmarkts durch die Multis der Saatgutindustrie, und warnen vor gesundheitlichen Schäden, die uns durch gentechnisch veränderte Lebensmittel drohen.

Die Fronten zwischen den beiden Gruppen sind verhärtet, und ein Kompromiss scheint unmöglich: es gibt nicht "ein bisschen" Gentech. Umso bemerkenswerter sind Versuche, eine möglichst realitätsnahe Bilanz zu machen. In ihrer gestrigen Ausgabe hat sich die ehrwürdige New York Times dieser Aufgabe angenommen, und die verschiedenen Behauptungen unter die Lupe genommen.

In diesem äusserst lesenswerten Artikel werden Daten zum Ertrag von Mais, Raps und Zuckerrüben auf beiden Seiten des Atlantiks verglichen. Ausserdem wird die Entwicklung des Pestizidvebrauchs in Europa und Nordamerika gegenübergestellt. Die Resultate sind eindeutig: obwohl Monsanto, Syngenta und Co seit Jahren mantra-artig verkünden, dass GVOs zu Mehrertrag führen, haben sich die tatsächlichen Mais-Ernten in Amerika und Europa parallel entwickelt und befinden sich auf demselben Niveau. Beim Raps war die Entwicklung ebenfalls parallel, hier hat Europa aber sogar einen Mehrertrag. Und bei den Zuckerrüben stiegen die Erträge in Europa eindeutig schneller als in den USA!

Die Reduzierung des Pestizidverbrauchs ist das zweite Hauptargument der GVO-Hersteller. Hier muss zwischen den beiden Haupttypen von Gentech-Sorten unterschieden werden. Herbizidresistente Sorten wie das berühmte "RoundUp-Ready" von Monsanto, sind gegen spezifische Unkrautvernichter immun. Insektenresistente Sorten hingegen produzieren Wirkstoffe, die fressende Insektenlarven töten.

In den USA haben letztere tatsächlich einen mindernden Effekt auf den Gebrauch von Insektiziden, der seit Einführung sogenannter BT-Sorten leicht gesunken ist. Der gesamthafte Verbrauch an Pestiziden ist aber in all den Jahren deutlich gestiegen, vor allem, weil herbizidresistente Sorten zu einem höheren Verbrauch an Unkrautvernichtern verlocken.

Die Versprechen der Chemie-Multis scheinen sich also nicht zu erfüllen. Die Entwicklung in den westeuropäischen Ländern zeigt sogar, dass der Pestizidverbrauch sogar trotz Ertragssteigerungen gesenkt werden kann.

Seit dem Aufkommen der ersten Gentech-Methoden Ende der 1980er Jahre setzen wir uns für eine GVO-freie Landwirtschaft ein, und sind der felsenfesten Überzeugung, dass unsere Sorten durch klassische Züchtungsmethoden den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden am besten angepasst werden können. Seriöse und tiefgründig recherchierte Artikel wie derjenige der New York Times bestätigen uns in unserem Vorgehen. Auch in Zukunft werden wir uns als bewährte Alternative zu den erwähnten Saatgutmultis anbieten. Dafür stehen wir ein!

 

20 Jahre Gentechnik: eine Bilanz 

20 Jahre Gentechnik: eine Bilanz

Source: New York Times
http://www.nytimes.com/2016/10/30/business/gmo-promise-falls-short.html?_r=0