Wenn ich ein Wetterfrosch wäre... - 20. Dezember 2010

...würde ich sagen, es gibt einen happigen Winter. Denn all die Früchte, die wir an den Bäumen liessen für die Vögel in der kargen Jahreszeit, sind bereits verspiesen. Amseln haben die Misteln ( und das waren Hunderte) im Nu weggepickt. Nun sind sie an den letzten unreifen Feigen, etwas weniger lustvoll zwar, aber da ist keine Wahl. Meisen und Buchfinken sitzen in den Hibiskussträuchern und holen die ölhaltigen Samen aus den Kapseln oder sie kommen ans Küchenfenster, wo der Komposteimer auf dem Fenstersims steht und lesen mit ihrem spitzen kleinen Schnabel die besten Krümelchen heraus.

Diese täglichen Beobachtungen und meine Schlussfolgerung, die auf einen kalten Winter hinzielt, lass ich am Mittagstisch verlauten, zum Glück, denn ich sehe ein, dass sie auch gegenteilig gedeutet werden können, z.B.:

Wenn es einen harter Winter gibt, würden kluge Vögel sparsamer mit den Vorräten umgehen.

Schon möglich, wir werden sehen. Nur befürchte ich, dass, wenn dann im März die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling ankünden, wir die Diskussion am Mittagstisch eines trüben Dezembertages bereits vergessen haben und nur noch das Säen im Kopf haben.

Ja, Wetterfrösche und GärtnerInnen sind nun mal anders gepolt.