Sorgen mit Bohnen und Broccoli - 18. Mai 2009

Zum Glück haben wir die Bohnen noch nicht gesät! Die warmen Tage der ersten Maihälfte waren zwar verführerisch, doch, hätte man sich zu einer Saat vor den Eisheiligen entschlossen, würden wir heute mit Bedauern die verkümmerten und zerfressenen Keimblätter entdecken. Die Keimung wäre gerade in diese kalt-regnerischen Tage gefallen, in denen die Bohnenfliege aktiv wird.

So warten wir auf die nächste Schön-Wetter-Periode und säen dann flink Neckarkönigin und Juli, die bewährten Stangenbohnen und auch die Buschbohnen Wunderfein und Gelbe Wachs.

Und dann noch mehr zu den Bohnen: Für einen Sortenversuch waren wir gezwungen, heute zu säen. Was macht man in so einem Fall? Sofort nach der Saat ein feines Kulturschutznetz oder einen Vlies über das Beet ziehen, damit die Bohnenfliege keinen Zutritt hat. Ich machte diese Arbeit mit Azimena, unserer bosnischen Mitarbeiterin, erklärte dabei, was es mit der „mouche des haricots“ auf sich hat.

Gleich daneben ein Beet Broccoli, Sorte Coastal, schön im Schuss, doch entdeck ich einige Pflanzen, die zu welken beginnen. Ich reiss eine aus, sie fällt mir sozusagen in die Hände, und entdecke die kleinen weissen Räupchen der Kohlfliege, die kräftig an der Wurzel fressen. Ja, sage ich zu Azimena, jetzt müsste ich sofort Tabak in kaltes Wasser geben und die Pflanzen damit angiessen. Sie lacht: „Aha, der Kohl will wohl rauchen“,

Aber im Ernst:. Ich bau jedes Jahr Bauerntabak an, damit - sollten Bodenschädlinge an Wurzeln aktiv werden - ich gleich den Kaltwasser-Auszug machen und die Pflanzen damit angiessen kann. Nicotin ist ein unglaublich starkes Gift und sollte demgemäss sorgfältig gehandhabt werden. Immer alle Brühe sofort aufbrauchen, damit sie nicht in unwissende Hände gerät!