Gesetze verstärken Sortenverlust - 08. Januar 2009

Gesetze verstärken Sortenverlust – ganz konkret am Beispiel Lauch Die Einführung eines Sortenkataloges bei Gemüse in der Schweiz hätte tiefgreifende Folgen auf die Sortenvielfalt. 48 verschiedene Lauchsorten – alte und neue, bekannte und unbekannte – wurden in der Versuchsanlage der Samengärtnerei angebaut und genau dokumentiert: Die wissenschaftliche Erhebung und Auswertung der Daten bedingt genaues Beobachten, zeigt, dass Lauch nicht gleich Lauch ist, variieren die Sorten doch durch Farbe (von gelb über silbern bis dunkles Blaugrün), durch ihre Schafthöhe (von kaum der Rede wert bis mächtige 30 cm), von fast horizontaler Blattstellung (was dem modernen Produzenten gar nicht gefällt) bis zu den spitzzulaufenden senkrechten Blättern der Hybrid-Sorten, von krankheitsanfälligen bis strotzgesunden… Was wir freiwillig testeten? Den Geschmack;  ein Abenteuer für sich!
Christine bewertet verschiedene Lauchsorten
Aber Achtung! Von 48 Sorten und Akzessionen figurieren nur deren 24 in den Gemeinsamen Sortenkatalogen aller Mitgliedstaaten der EU und Vertragsstaaten des EWR für landwirtschaftliche Pflanzen- und Gemüsearten. 24 Sorten sind in den Gemeinsamen Sortenkatalogen der EU nicht enthalten und dürfen weder in den Ländern der EU noch des EWR  verbreitet werden:  Das heisst, 24 für die Schweiz wichtige Sorten und Akzessionen wären nach einer Angleichung an das EU-Recht nicht mehr offen zugänglich. Jammerschade und in bezug auf die Erhaltung der Sortenvielfalt kontraproduktiv. Das Beispiel Lauch lässt sich auf andere Gemüsearten übertragen. Lauchsorten, die EU-konform sind. Diese Lauch Sorten dürgen laut EU-Sortenliste nicht angebaut werden!